Warum sollen eigentlich die Prinzipien, die jahrhundertelang unseren Städten und ihrer Architektur zu Charakter und Vollkommenheit verholfen haben, nicht belebt und weiterentwickelt werden? Zum Beispiel die bewährten Prinzipien der Anpassung der Architektur an topographische und klimatische Gegebenheiten, regionale handwerkliche Überlieferungen, die Verwendung traditioneller guter Baumaterialien des Ortes oder die Kleinteiligkeit eines gewachsenen Katasters. Die überbelastete Biosphäre mit immer knapper werdenden Ressourcen verlangt die Beachtung solch elementarer Grundsätze schon aus ökologischem Blickwinkel.

Architektur, früher als Baukunst bezeichnet, war in ihrem Streben nach Harmonie und Vollkommenheit nicht ohne handwerkliches Können und künstlerische Intuitionen möglich. Gute Architektur lebte immer durch die gereiften künstlerischen Formen. Warum sprechen alte Städte noch heute zu uns in verständlicher Sprache? Jede Form trägt etwas. Form ist immer Sprache. Formlos ist sprachlos. Seit nunmehr 15 Jahren bemühen wir uns, gute Bautraditionen wieder aufzugreifen und in einem organischen Sinne weiterzuentwickeln. Neubauten und Wiederaufbau von schönen alten Häusern halten sich die Waage.

 
 
 
 
     
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